CODART, Dutch and Flemish art in museums worldwide

Hendrick Goltzius (1558-1617): Graphik

Exhibition: 27 March - 18 May 2003

Curator

Thea Vignau-Wilberg.

Organisation

Ausstellung der Staatlichen Graphischen Sammlung M? in der Pinakothek der Moderne.

Museum information

Hendrick Goltzius aus Haarlem z├Ąhlt neben Lucas van Leyden und Rembrandt zu den gr├Â├čten niederl├Ąndischen Graphikern und ist der bedeutendste Kupferstecher des niederl├Ąndischen Manierismus. Sein umfangreiches graphisches Werk umfasst ein breites Spektrum an Themen.

Goltzius’ Kupferstiche verbl├╝ffen durch ihre virtuose Linienf├╝hrung. Der K├╝nstler setzte die “Taille” ┬ş die f├╝r den Kupferstich typische am Anfang anschwellende und am Ende abnehmende Linie ┬ş als k├╝nstlerisch gestaltendes Mittel ein, indem er sie verst├Ąrkte.

Etwa zw├Âlf Jahre lang widmete sich Goltzius auch dem Clairobscur-Holzschnitt, der eine Darstellung durch mehrere farbige, ├╝bereinander gedruckte Platten wiedergibt: eine schwarze Linienplatte und farbige Tonplatten. Die Clairobscur-Holzschnitte von Goltzius stellen durch ihre differenzierte Farbigkeit und ihre starke Expressivit├Ąt einen einzigartigen H├Âhepunkt in der Geschichte dieses Mediums dar. Hinsichtlich Stil und Stiltechnik schlie├čen die Kupferstiche zun├Ąchst an die Antwerpener Tradition des Kreises um Frans Floris an; Goltzius arbeitete in dieser Zeit f├╝r Philips Galle und Dirck Volkertsz Coornhert. 1582 brach er die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Galle ab und machte sich selbst├Ąndig. Durch Carel van Mander, Maler, Zeichner und gelehrter Schriftsteller, Verfasser des Schilderboeck in der Nachfolge von Giorgio Vasaris Vitae, der 1583 nach Haarlem ├╝bersiedelte, lernte Goltzius die Zeichnungen des Rudolphinischen Hofmalers Bartholom├Ąus Spranger kennen, deren ├╝berlange, elegante Figuren und komplizierte K├Ârperverschr├Ąnkungen fortan gro├čen Einflu├č auf seinen Stil und seine Kompositionsweise hatten.

Im Herbst 1590 begab sich Goltzius auf eine Reise nach Italien und gelangte ├╝ber M├╝nchen, Venedig und Florenz nach Rom. Hier war das Studium antiker Bildwerke sein wichtigstes Anliegen. Nach der Italienreise wandte sich Goltzius von dem internationalen Spranger-Stil ab, die Proportionen seiner Gestalten wurden klassischer und die Kompositionen beruhigten sich. Nach 1600 gab Goltzius das druckgraphische Arbeiten v├Âllig auf und wandte sich der Malerei zu. Die Staatliche Graphische Sammlung M├╝nchen zeigt aus ihrem reichen Bestand die herausragendsten Arbeiten des graphischen Werkes von Goltzius in einer Kabinettausstellung. Kuratorin der Ausstellung: Dr. Thea Vignau-Wilberg, Staatliche Graphische Sammlung