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Samuel Jessurun de Mesquita: Zeichnungen und Druckgraphik

Samuel Jessurun de Mesquita: drawings and prints Exhibition: 10 February - 4 May 2008

Samuel Jessurun de Mesquita, Self-portrait. The Hague, Gemeentemuseum Den Haag

Samuel Jessurun de Mesquita (1868-1944)
Self-portrait with walking stick, hat and cigar, 1935
The Hague, Gemeentemuseum Den Haag

Die Ausstellung mit √ľber 100 Zeichnungen und druckgraphischen Bl√§ttern stellt mit Samuel Jessurun de Mesquita (Amsterdam 1868-1944 Auschwitz) eine der herausragenden niederl√§ndischen K√ľnstlerpers√∂nlichkeiten aus der ersten H√§lfte des 20. Jahrhunderts erstmals in Deutschland vor. De Mesquitas Anf√§nge lagen bei der angewandten Kunst. Erst nach und nach fand er zur Druckgraphik, einem Metier, in dem er sich schlie√ülich, auch im internationalen Vergleich, als sehr eigenwillige und ganz und gar unverwechselbare K√ľnstlerpers√∂nlichkeit erweisen sollte.

W√§hrend seiner T√§tigkeit unter anderem an der Akademie in Amsterdam entwickelte sich Samuel Jessurun de Mesquita zu einem bedeutenden Lehrer, der Generationen von niederl√§ndischen K√ľnstlern beeinflusst hat. Von Symbolismus und Jugendstil ausgehend, fand er vor allem in den zwanziger Jahren zu einer ganz eigenen Bildsprache und Bildwelt, in der expressionistische Tendenzen, seine ihm eigene Experimentierfreude und seine Imagination eine unverwechselbare Synthese eingehen. Dabei lotet er die M√∂glichkeiten der verschiedenen druckgraphischen Verfahren, vor allem des Holzschnitts, geradezu obsessiv aus.

Parallel zur Druckgraphik mit ihren einf√ľhlsamen Portr√§ts wie ihren wunderbar stilisierten Tier- und Pflanzendarstellungen ‚Äď in den Niederlanden wurde der K√ľnstler vor allem durch diese Arbeiten popul√§r ‚Äď entstand aber noch ein ganz anderes Werk mit sehr eigenwilligen Phantasieszenen, deren teilweise skurriles Personal der Welt der Tr√§ume und Albtr√§ume zu entstammen scheint. Gerade die Wechselwirkung dieser beiden ‚Äď f√ľr sich genommen bereits attraktiven ‚Äď Str√§nge in seinem Schaffen macht den K√ľnstler auch f√ľr unsere Zeit faszinierend.

Seine Zugeh√∂rigkeit zu einer Amsterdamer j√ľdisch-sephardischen Familie urspr√ľnglich spanisch-portugiesischer Abstammung f√ľhrte 1944 zur Verhaftung de Mesquitas durch die deutschen Besatzer und zur Deportation nach Auschwitz, wo der K√ľnstler und seine Familie kurz danach ermordet wurden.

Es war schlie√ülich sein ber√ľhmtester Sch√ľler, M.C. Escher, der viele Werke seines Lehrers nach dessen Deportation aus dem verlassenen Atelier rettete und nach 1945 verschiedene monographische Ausstellungen in niederl√§ndischen Museen initiieren konnte. Escher charakterisierte seinen Lehrer so: ‚ÄěSein Werk zeichnet sich dadurch aus, nur von wenigen gesch√§tzt und verstanden zu werden. Er ging stets seinen eigenen Weg, eigenwillig und aufrecht; nur in geringem Ma√üe wurde er von anderen beeinflusst, er selbst jedoch √ľbte einen starken Einfluss auf das Werk von J√ľngeren aus. Die meisten derer, die seinen Einfluss erfahren hatten, haben sich ihm allerdings fr√ľher oder sp√§ter entzogen. Daher hat er keine Schule begr√ľndet, wodurch seine starke, einsame Pers√∂nlichkeit noch faszinierender wird.‚Äú

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (EUR 12,-). Den einf√ľhrenden Text verfasste Jonieke van Es vom Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam, die das Werkverzeichnis des K√ľnstlers sowie eine umfangreiche monographische Ausstellung (S.J. de Mesquita, Striking Simplicity ‚Äď Indrukwekkende eenvoud, Gemeentemuseum Den Haag, 10. Dezember 2005 ‚Äď 12. M√§rz 2006) erarbeitet hat und als die beste Kennerin seines Werks gilt.

Die Wanderausstellung wird von der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Deutschland gefördert (www.niederlandeweb.de).

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