CODART, Dutch and Flemish art in museums worldwide

Weltsichten: Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahrhundert

World views: landscapes in art from the 17th to the 21st century Exhibition: 8 May - 21 November 2010

From the museum website, 3 August 2010

Wie kaum ein anderes Medium eignet sich die kĂŒnstlerische Landschaftsdarstellung dazu, die Rolle des Individuums in der Welt bzw. den Blick des Einzelnen auf seine jeweilige Umwelt zu reflektieren: Landschaftssicht ist immer auch Weltsicht.

In diesem Sinn sind Werke der Landschaftskunst kaum jemals als bloße Abbilder einer tatsĂ€chlichen Landschaft zu verstehen. Vielmehr bĂŒndeln sich in ihnen kollektive und individuelle Perspektiven und offenbaren sich gesellschaftliche Modellvorstellungen ebenso wie private WĂŒnsche, Ängste und SehnsĂŒchte. Jeweils aktuelle gesellschafts- und kulturgeschichtliche Entwicklungen werden dabei zuweilen differenziert gespiegelt oder sogar vorweggenommen; in anderen FĂ€llen entstehen trĂ€umerische, melancholische oder kritische Gegenbilder zur jeweils erlebten RealitĂ€t.

Im Laufe der Jahrhunderte vollziehen sich in dieser Sicht auf die Welt Wandlungen, BrĂŒche und oft ĂŒberraschende UmwĂ€lzungen, denen in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk gelten soll. Es geht dabei nicht darum, einen (weiteren) Überblick zur Geschichte der Landschaftsmalerei zu bieten und die bekannten Entwicklungslinien noch einmal nachzuzeichnen. Geleitet von der Fragestellung, inwieweit Landschaft sich als Resonanzraum fĂŒr individuelle Befindlichkeiten und gesellschaftliche Strömungen verstehen lĂ€sst, werden neben bekannten und etablierten kĂŒnstlerischen Positionen vielmehr auch Formulierungen jenseits des gĂ€ngigen Kanons in den Blick genommen.

Die Ausstellung beginnt mit Werken der hollĂ€ndischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, in der sich ein zunehmendes Bewusstsein fĂŒr die erlebte und erlebbare Umwelt abzeichnet, und endet in der aktuellen Gegenwart. Nach den Krisen- und Katastrophenerfahrungen des 20. Jahrhunderts und angesichts der nicht mehr zu leugnenden globalen Bedrohung der natĂŒrlichen Umwelt scheint vielfach nur noch ein indirekter, gebrochener Blick auf Landschaft möglich und glaubwĂŒrdig. Ein solcherart desillusionierter Blick lĂ€sst Entwicklungen vergangener Epochen wiederum in neuem, möglicherweise schĂ€rferem Licht erscheinen und kann neue Sichtweisen eröffnen.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile:

8. Mai – 29. August 2010 (Schwerpunkt Malerei)
4. September – 21. November 2010 (Schwerpunkt Fotografie, Objekt, Video)

Ein umfangreicher Katalog begleitet und dokumentiert die Ausstellungsreihe. Auf 360 Seiten enthÀlt die Publikation ca. 180 Abbildungen sowie TextbeitrÀge von Karen van den Berg, Silke von Berswordt-Wallrabe, Peter Forster, Richard Hoppe-Sailer, Angeli Janhsen, Tanja Michalsky und Beate Söntgen.

Kurztexte zu einzelnen Werken und KĂŒnstlerpositionen wurden von Studierenden des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, der Zeppelin University Friedrichshafen und der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t zu Kiel verfasst.

Ausstellungskonvolut

Das Konvolut umfasst ca. 160 Werke, darunter:

Werke der hollÀndischen und flÀmischen Malerei des 17. Jahrhunderts
(u. a. GemÀlde von Aelbert Cuyp, Jan van Goyen, Meindert Hobbema, Joos de Momper, Aert van der Neer, Jacob van Ruisdael, David Teniers, David Vinckboons, Sebastian Vranckx, Adam Willaerts, Philips Wouwerman)

EuropÀische Malerei des 18./19. Jahrhunderts
(u. a. Willem van Bemmel, Camille Corot, Gustave Courbet, Francesco Foschi, Jan van Os, Georg Anton Rasmussen, Ilya Repin, Christian Rohlfs)